Wie ich Cellist wurde – ein modernes Märchen (Teil 20)

Wie ich Cellist wurde – ein modernes Märchen (Teil 20) Beim letzten Mal hatte sie sogar noch ein Kopftuch auf, das sie seitlich um ihre riesige Brille geschlungen hatte. Es sah aus wie die Scheuklappen bei einem Pferd! Und Ihr werdet es nicht glauben, was jetzt noch hinten aus ihrem Kopftuch heraushing: Ein langer, brauner Pferdeschwanz!Heute bin ich so vom Cellospielen gefangen, dass ich mir wünsche, noch recht lange leben zu dürfen, um das Spiel stetig zu verfeinern. Denn heute kann ich den Kindern das geben, was ich von meinen späteren Lehrern auf dem Cello empfangen konnte: die Faszination des […]

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Wie ich Cellist wurde – ein modernes Märchen (Teil 19)

Wie ich Cellist wurde – ein modernes Märchen (Teil 19) Die Hexe mit dem Pferdegebiss habe ich später noch mehrfach in der Stadt gesehen. Mittlerweile macht sie mir nicht mehr so viel Angst. Vom wütenden Beißen auf die Flöte sind ihre Zähne immer weiter nach außen gewandert; sie stehen jetzt schräg nach vorne. ← ⇐ →    

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Wie ich Cellist wurde – ein modernes Märchen (Teil 18)

Wie ich Cellist wurde – ein modernes Märchen (Teil 18) Geblieben ist mir auch eine andere Erfahrung, die ich damals machte: entscheidend ist der Spieler und wie er sich um sein Instrument bemüht, nicht das Instrument, sei es nun von Moeck, Mollenhauer oder sonst wem. So ist es auch bei den Celli. Ein Meister wird auf einem einfachen Cello mehr bewirken als ein Student auf einem Cello des berühmten italienischen Geigenbauers Stradivari! Der Mensch ist entscheidend, nicht das Instrument! Die Altblockflöte liegt heute noch in meiner Schublade. Als Erinnerung werde ich sie immer aufbewahren. Ich habe sie in den entsetzlichen […]

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Wie ich Cellist wurde – ein modernes Märchen (Teil 17)

Wie ich Cellist wurde – ein modernes Märchen (Teil 17) Aber um bei den angenehmen Gerüchen zu bleiben: der Geruch des Podiums, diese Mischung aus Brettern und Bohnerwachs, den rieche ich noch heute jedesmal, wenn ich auf eine Bühne gehe. Und jedesmal habe ich das gleiche Gefühl: Heute mache ich genau das, was ich als kleiner Junge einmal werden wollte. Ich gehe mit dem Cello auf die Bühne und spiele die wundervollste Musik von Bach, Beethoven, Brahms und Schumann auf einem Instrument, das so singen kann wie kein zweites. ← ⇐ →    

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Wie ich Cellist wurde – ein modernes Märchen (Teil 16)

Wie ich Cellist wurde – ein modernes Märchen (Teil 16) Heute spiele ich nicht im Quartett, sondern wie in der Blockflötenstunde als Solist. Diesmal aber nicht mehr gegen den eigenen Willen. Auch sonst hat sich einiges geändert. So glaube ich nun nicht mehr, dass Cellisten stets die feineren Leute sind. Ich kenne Cellisten, die sich auf dem Podium in der Nase bohren und vor Aufregung an solch fürchterlichen Blähungen leiden, dass es von der Bühne bis auf die teuersten Plätze in die erste Reihe stinkt. Cellisten sind auch nur Menschen! Trotzdem hat die Mutter eines durchaus begabten Cellokollegen kürzlich ein […]

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Wie ich Cellist wurde – ein modernes Märchen (Teil 15)

Wie ich Cellist wurde – ein modernes Märchen (Teil 15) Mein Bruder Hannes, der heute ein bekannter Jazzgeiger ist, schlug vor, ich solle Klarinette lernen, dann könne ich ja später auf Saxofon umsteigen und in seiner Band mitspielen. Er dachte schon sehr früh sehr praktisch. Aber ich wollte weder Klarinette noch Saxofon lernen, ich wusste, was ich seit diesem Nachmittag wollte: Ich wollte Cello lernen und kein anderes Instrument! Und ich wollte später mit dem Cello auf die Bühne gehen, am liebsten im Quartett. So sind die Jahre vergangen, und heute spiele ich nicht im Quartett, sondern wie in der […]

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Wie ich Cellist wurde – ein modernes Märchen (Teil 14)

Wie ich Cellist wurde – ein modernes Märchen (Teil 14) In meiner Fantasie sah ich mich nun selbst auf der Bühne mit dem Cello spielen. Ich wollte in Zukunft selbst von oben in den Saal und auf das Publikum gucken und nicht mehr nur als Zuschauer auf die hochblicken, die ich kurz zuvor noch bewundert hatte. Ich wollte der Mann mit dem Cello sein, der solche wunderbaren Töne hervorbringen konnte, und so träumte ich bis zu meinem ersten Auftritt, der drei Jahre später genau in diesem Saal stattfand. Als ich dann später zuhause erzählte, dass ich nicht mehr weiter Blockflöte […]

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Wie ich Cellist wurde – ein modernes Märchen (Teil 13)

Wie ich Cellist wurde – ein modernes Märchen (Teil 13) Nachdem alle Musiker von der Bühne abgetreten waren, leerte sich langsam der Saal. Wie benommen ging ich in einem unbeobachteten Moment alleine nach vorne zum Podium, um von unten noch ein wenig “Atmosphäre zu schnuppern”. Das Podium reichte mir genau bis zur Nase. Gierig sog ich den Geruch ein, der mir vom höher gelegenen Fußboden entgegenströmte: es roch so herrlich nach Bohnerwachs und den Brettern von der Bühne. ← ⇐ →    

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Wie ich Cellist wurde – ein modernes Märchen (Teil 12)

Wie ich Cellist wurde – ein modernes Märchen (Teil 12) Aber der Cellist! Sein Spiel beeindruckte mich mehr als all das hohe Gequietsche der Geigen. Er entlockte dem Instrument geradezu magische Klänge. Gegen Ende des Stückes hatte er ein Solo, bei dem mir die Tränen in die Augen schossen. Der ganze Saal um mich herum verschwamm. Sein Instrument klang so ergreifend, das es mir für immer ins Herz ging. ← ⇐ →    

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Wie ich Cellist wurde – ein modernes Märchen (Teil 11)

Wie ich Cellist wurde – ein modernes Märchen (Teil 11) Der mit der Bratsche, die aussah wie eine zu große Geige, hatte eine Glatze. Er saß ganz hinten auf seinem Stuhl und ruhte sich, egal ob er spielte oder nicht, an der Rückenlehne aus. In den langen Pausen stellte er sein Instrument auf dem Knie ab. Wenn er zum Spiel ansetzte, musste er seinen linken Arm so weit ausstrecken, dass er kaum die Töne greifen konnte. Es wirkte alles äusserst unbequem! So viel Aufwand für so wenige Töne! Er kam mir vor wie ein schottischer Burggraf, der morgens die Zugbrücke […]

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